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Für andere da sein

Paula Modersohn-Becker "Der barmherzige Samariter" (Ausschnitt)

In der Gemeinde sind wir für einander da. Das ist ein Grundsatz, der seit den Anfangstagen des Christentums gilt. Der Apostel Paulus vergleicht die Gemeinde mit einem menschlichen Leib, der aus vielen verschiedenen Körperteilen besteht. Das Haupt dieses "Leibes" ist Christus. Und so, wie der ganze Leib davon betroffen ist, wenn ein Körperteil leidet, so ist auch die ganze Gemeinde davon betroffen, wenn eines der Gemeindeglieder leidet (1. Korinther 12,25-27).

So ist es ein wichtiges Merkmal für eine funktionierende Gemeinde, dass die Menschen sich in ihr wahrnehmen und für einander da sind, besonders dort, wo Menschen in Not sind.

Volkskirche

Heute ist die "Gemeinde" längst nicht mehr so überschaubar wie sie es früher möglicherweise war. Da wissen oft nicht einmal Wohnungsnachbarn von einander zu welcher Kirche und zu welcher Gemeinde sie gehören. Diese Entwicklung von der überschaubaren Kerngemeinde hin zu einer streckenweise sehr anonymen Volkskirche hat durchaus nicht nur Nachteile. Doch es ist schwieriger geworden, im Sinne des Neuen Testaments innerhalb der Gemeinde für einander da zu sein.

Für einander und für andere da sein

Das ist die Richtung, in der sich unser Auftrag verschoben hat. Weil die Gemeinde keine klar umrissene Größe mehr ist, kann es nicht sein, dass wir nur für einander (also für die Mitchristen) da sind, sondern für andere überhaupt. Wo wir Menschen sehen, die Hilfe und Zuwendung brauchen, sind wir als Christen gefordert. Ganz im Sinne des alten Kinderverses:

Das will ich mir schreiben in Herz und Sinn,
dass ich nicht für mich auf Erden bin,
dass ich die Liebe, von der ich leb',
liebend an andere weitergeb'.

Wissen, wo es Hilfe gibt

Sie können und brauchen nicht überall selbst zu helfen. Aber Sie sollten in der Lage sein, einem Betroffenen zu sagen, wo er Hilfe finden kann. (Allein die Evangelische Kirche und die Diakonie haben in Stuttgart Dutzende von Einrichtungen für Menschen in allen Lebenslagen.) Wenden Sie sich an Ihr Pfarramt.