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Die Innenausstattung

Kruzifix von H. Lang
Markuskirche - Schallskizze der Kanzel
Schallskizze der Kanzel
Taufnische

Zentraler Blickfang im Inneren der Kirche ist das große steinerne Kreuz des Bildhauers Hermann Lang, das hinter dem Altar auf der Brüstung des Sängerpodiums steht. Der Künstler schuf damit ein Kruzifix, das durch seine neue und ungewohnte Behandlung des Kreuzigungsthemas einen ausgesprochen starken Eindruck macht. Er bringt das “qualvolle Stillehalten des Lebenden bei angenagelten Gliedern” sehr eindringlich zum Ausdruck. Keine Bewegung, keine Veränderung der Haltung ist möglich ohne unerträglichen Schmerz, daher die steile Kopfhaltung.
Eine Abbildung des Christuskopfes wurde lange Jahre als Titelbild des “ Christlichen Kunstblattes” verwendet, das Kruzifix erlangte dadurch erhebliche Bekanntheit.

Unterhalb der acht Rundfenster sind Reliefbilder in Gipsstuck in die Wand eingelassen. Der Elfenbeinton der Reliefbilder stimmt vortrefflich mit dem warmen Goldton der Wand- und Deckenbemalung zusammen. Die Bilder zeigen Darstellungen aus dem Markus-Evangelium.

Die Kanzel ist bis ins einzelne wie ein Musikinstrument geplant worden. Der Schalldeckel und die Brüstung sollen durch ihre Kegelstumpfformen den auf sie treffenden Schall bündeln, die hohle hölzerne Rückwand ist als Resonanzkörper konzipiert. Auch der seitliche Standort für die Kanzel am linken Chorbogen ist aus akustischen Gründen günstig. Die Kanzel sollte ursprünglich mit Gemälden versehen werden, wurde dann aber mit Relief-Intarsien nach einem Entwurf von Rudolf Yelin d. Ä. gestaltet. Es sind drei Szenen dargestellt: der Sämann, der Herr und Knecht am Feigenbaum und der Schnitter.

Die Nische mit dem Taufstein läßt an maurische Schmuckformen denken und ist deshalb so weit hochgezogen, um ein optisches Gleichgewicht zur Kanzel zu bilden. Der obere Abschluß der Nische wird durch die Darstellung der Taube, eine Relief-Intarsie, geziert. Der Taufstein selbst ist mit symbolischen Wassertieren und der Inschrift “Lasset die Kindlein zu mir kommen” geschmückt. Der kupferne Deckel von Adolf Gauger ist mit Ornamenten versehen und trägt die Figur Johannes des Täufers. Heinrich Dolmetsch kümmerte sich nicht nur um die architektonische Ausstattung, er entwarf auch Altargerät, Antependien und Teile des Mobiliars. Am Altarschmuck sind besonders die vortrefflichen kunstgewerblichen Lederarbeiten hervorzuheben. Die Holz-und Perlmutt-Intarsien auf den Lederbehängen erinnern an alte orientalische Kunst.